### meine Entscheidung: ein Dreame A2 ###
Nach aktuellem Stand meiner Recherchen über das ganze letzte Jahr (diverse Foren, Youtube Videos,Händlerforen etc.) hat sich für meine o.g. Anforderungen der Dreame A2 als aktuell am besten für mich geeignetes Gerät herausgestellt. Leider ist das Gerät alles andere als günstig. Irgend was ist ja immer.
Ich habe mir vor 2 Wochen ein A2 Vorführmodell mit Kratzern gekauft – bei meiner Randbepflanzung werde ich gar nicht so schnell gucken können, wie das metallic glänzend lackierte Kunststoff Chassis sowieso zerkratzt sein wird. Ich habe keinen Nobelgarten zur Präsentation eines teuren Rasenroboters, ich brauche ein wirklich gut funktionierendes robustes Gerät. Für unter 900€ wagte ich den Versuch.
Der A2 scheint aus meiner Sicht aktuell eines der besten Geräte in der Navigation ohne Kabel und RTKs zu sein und bietet zudem eine extra Kantenschnitt Option.
### Beurteilung nach Erstinbetriebnahme ###
Knackpunkt ist und bleibt die dahinter liegende Software zur Geländeerfassung und -bearbeitung, welche aktuell bei Dreame zumindest aus der Erfahrung meines Kollegen als „early Adopter“ mit dem Mova1000 ganz brauchbar zu sein scheint. Diese Software ist ja letztlich im Zusammenspiel mit der Firmware im Roboter der Knackpunkt, welches Endergebnis man bekommt.
Hier ist Dreame nicht schlecht, aber es gibt – wie man in den Foren lesen kann – seit längerem diverse bemängelte Punkte, die schon mit wenig Programmieraufwand in der App die Performance für den Anwender massiv verbessern würde in der anspruchsvollen und sehr zeitraubenden Einrichtungsphase des Geländes für den Roboter (das muss man sich bewußt sein, davon hängt dann das Ergebnis im Normalbetrieb ab).
Bei mir fällt die automatische Erkennung sofort weg, das geben weder die (kaum automatisch erkennbaren) Begrenzungen her, noch die im Verhältnis hohe Komplexität der Teilflächen.
HINWEIS: Nehmt zur manuellen Erfassung BITTE ein schnelles Mobilgerät oder Tablet! Ich habe das unterschätzt. Ich habe zuerst statt der kleinen Smartphones ein paar Jahre älteres deutlich größeres iPad2 benutzt (wegen der fitzeligen kleinen Darstellung der Gartenfläche, um immer mal wieder in Details besser reinzoomen zu können), aber das manuelle Abfahren wurde zur Qual. Es ging stets in stockenden Intervallen beim Fahren voran. In kurvigen Bereichen wird man wahnsinnig. Habe dann auf ein kleines neueres iPhone gewechselt, schon lief alles flüssig und damit viel zügiger.
### Was störte mich bisher ###
Gestört hat mich bisher ausschließlich Software: An derDreame App gibt es reichlich und einfach zu realisierenden Verbesserungsbedarf. Alles reine Softwareprobleme, das ist leicht lösbar und wertet die Nutzbarkeit des Produktes deutlich auf (!), der Hersteller muss den Willen dazu haben:
1.) Kartenbearbeitung ist derzeit ausschließlich via App an Android- oder iOS Geräten möglich. So man nicht noch Tablets etc hat, ist das schlichtweg Mist, eine große Fummelei. Es gibt keinen Zugang via Webseite oder z.B.einer Windows Anwendung, um die Kartendaten anzusehen oder zu editieren! Das sehe ich für immer erforderliche Feinanpassungen nach der groben Ersterfassung der Geländeränder als ein großes Manko an. Das ist nix für meine Bockwurstfinger...
2.) Die Kartendaten können ausschließlich bei eingeschaltetem und (z.B: per WLAN) erreichbaren Mähroboter angesehen und editiert werden, ebenso die damit verbundenen Zeitpläne und alles, was noch mit der Kartierung verbunden ist. Warum kann man das nicht mit einer zuvor gesicherten Karte offline editieren und dann zurück auf den Roboter übertragen / importieren?
3.) Es ist extrem hinderlich, dass man erfasste Maps oder Teilzonen in der Map nicht kleinteilig editieren kann im Sinne einer gewissen Erweiterung oder leichten Verkleinerung (oder ich bin nicht in der Lage gewesen, den Punkt in der App an anderer Stelle zu finden). Es ist daher aktuell NICHT möglich, das Areal erstmal grob abzufahren und sich dann noch nachträglich fein an die Begrenzung heran zu tasten.
- Verkleinern geht gar nicht, hier muss man die Zone komplett löschen und neu erfassen.
- abgetrennte Teilzonen können gar nicht nachträglich wieder gelöscht werden. Man muss diese wieder mit der anderen Teilzone vereinen, von der man diese vorher abgetrennt hat und dann diese Gesamtzone löschen – wenn man diese vorherhoffentlich einzeln erfasst hat.
- eine Teilzone erweitern geht aktuell wohl nur, wenn die zusätzliche Fläche größer 1m² ist, was bei kleinen Erweiterungen schnell mal nicht erreicht wird. Ist das nicht der Fall: Zone wieder löschen und komplett neu erfassen.
4.) EIN Navigationsproblem des Dreame A2 habe ich dann doch noch beobachtet, was in der Entscheidung der Robotersoftware liegt: Ich habe eine Wein-Spalier aus zwei Felder und drei Säulen als Sichtschutz hinter dem Pool, wo ich zwischen den Säulen und drei Weinpflanzen schon mit dem konventionellen Rasenmäher schwer durch kam wegen der Höhe. Hier kommt der DreameA2 zwar mit seiner Höhe problemlos durch, aber aufgrund der Streifenform des Abschnittes muss ich sinnvollerwiese auch längs mähen lassen. Die drei Säulen mit Weinflanzen habe ich analog zu Bäumen als No-Go-Area erfasst und das wurde auch angenommen, ABER derDreame A2 müsste diese zwei schmalen Streifen Wiese QUER zur vorgegeben Mährichtung mähen, damit er mit 2x oder 3x hin und zurück fertig wäre. Bekam erleider nicht hin, hat die 2 Streifen je 1m x0,2m unter dem Spalier paarmal erfolglos versucht anzufahren und hat die am Ende als „erledigt“ mit verbucht, obwohl er es nicht gemäht hat und zog dann das Randmähen durch und dann final zurück zur Basis.
### Was hat mich positiv überrascht ###
Final natürlich noch die positiven Seiten des Produktes:
1.)Der Dreame A2 hat ein passend grobes Profil auf den Hinterrädern. Die waren jetzt Ende Februar mit wenig Wiese und viel auftauendem feuchten Boden zwar auch fix zugeschmiert, der A2 kam aber trotzdem erstaunlich gut durch. Knackpunkte sind immer Ecken and en Bäumen mit altem Laub, Moos und dazu noch anderweitig weicher und/oder welliger Boden. Ich habe es in 1,5 Woche Tests (Erfassung der Ränder und der Ausnahmebereiche wie Baumumfahrungen) nur einmal gehabt, dass der Dreame A2 sich wirklich in weichen Laubhaufen Resten an einer Ecke festgefahren hatte. Die Steuerung scheint recht geschickt zu erfolgen: zuerst wird es mit der schwächeren Vorwärtsrichtung mit links/rechts Drehbewegungen versucht. Scheitert der Dreame A2, versucht er sich rückwärts wieder heraus zu arbeiten, was i.d.R: immer gelingt. Da ist er zugfähiger. Das merkt man auch, wenn man manuell die Stecke erfasst. Das ist sein Trumpf, wenn es mal vorwärts nicht weiter geht.
2.) Die Software im Dreame A2 scheint schon sehr gut mit vielen unerwarteten Begebenheiten klar zu kommen (ich habe zuerst das aktuelle Firmware Update installiert bei der Erstinbetriebnahme). Der Dreame A2 hing kein einziges Mal mit irgendwelchen Meckermeldungen, er hat stets bis zum Ende durchgearbeitet und ist fertig geworden. Auf den von mir als variierend zu nutzenden Rückwegen ist der trotz minimaler Warnfunktionen auch mal auf das Auto meines Vaters neben der Garage getroffen, hat es rechtzeitig erkannt. Hmm, vor dem Auto weitergefahren– okay, Rand zwischen Auto und Garage zu eng – 180° Wende – zurück, dann nach der anderen Seite vom Standardpfad abgewichen und problemlos zurück zur Basis.
3.) Die Navigation / das Mähen an sich klappt bei mir problemlos, auch wenn ich manchmal an anderer Stelle im Areal begonnen hätte zu mähen. Es wurde (bis auf obige eine Ausnahme) alles korrekt abgefahren. Zur Schnittqualität kann ich noch nichts sagen, da ist zu wenig Wiese und aktuell zuviel noch schnell gesetzter Sperrgebiete wegen der gerade schießenden Krokusse.
4.) Die Erfassung der No-Go-Areas (Baum- und Strauchumfahrungen) mit dem Dreame A2 selber abgefahren funktionierte sehr gut, das hatte ich bisher so nicht in den Foren erlesen können oder von meinem Kollegen gehört. Da wird also eine echte Freiform mit dem Abfahren des Randes erfasst, kein Kreis oder Rechteck. Für schnelle Excludes (siehe oben, die gestern schießenden Krokusse) kann man auch frei Hand ein Rechteck ziehen, muss sich dann an Marken in der Map orientieren.
Teil 2/2
Grüße
Tommy
Dieses Thema wurde zuletzt von RasenRobby am 1-3-2026 15:37 bearbeitet